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SMART GLASSES FÜR DEN B2B EINSATZ? Augmented Reality & Mixed Reality Brillen 2017

„Hands-free & connected“, das sind die elementaren Vorteile von Augmented Reality Brillen im Business-Bereich. Doch für welche Aufgaben in Industrie und Handel gibt es heute bereits nutzbare "AR" Brillen bzw. "Smart Glasses" und wo liegt der Unterschied zur "Virtual Reality" (VR) und "Mixed Reality" (MR)?

Was ist was: Augmented Reality (AR) vs. Mixed Reality (MR) vs. Virtual Reality (VR)

Die Differenzierung der Virtual Reality (VR) ist relativ einfach: in der VR setzt der Benutzer eine Brille auf und das reale Sichtfeld wird komplett durch eine künstliche 3D Umgebung ersetzt, z.B. in Form eines Spiels oder auch eines virtuellen Showrooms. In der "Augmented Reality" (AR) werden digitale Daten in das reale Sichtfeld projiziert. Zum Beispiel über eine Brille, aber auch über die Kamera eines Smartphones oder wie beim Head-Up Display im Auto über eine Glasscheibe.

Augmented Reality AR - futuristic smart glasses  Bildquelle: Shutterstock

In der „Mixed Reality“ (MR) verschmelzen 3D Objekte und reale Umgebung. Der Begriff grenzt daher primär eine neue, fortschrittlichere Generation von Augmented Reality Brillen gegenüber älteren Smart Glasses wie z.B. "Google Glass" ab, die primär 2D Flächen ins Auge projizieren. Diese Verschmelzung aus Virtualität und Realität wird aktuell über zwei verschiedene Ansätze realisiert:

  1. 3D Objekte werden über eine Brille, z.B. die „Microsoft Hololens“, in das reale Sichtfeld projiziert.

  2. Die reale Umgebung wird durch eine integrierter stereoskopische Kamera in das virtuelles Umfeld einer VR Brille übertragen. 
Während der erste Ansatz deutlich interessanter für B2B Anwendungen erscheint, da der Benutzer eben nur zusätzliche Informationen im realen Sichtfeld angezeigt bekommt, hat der zweite Ansatz den Vorteil, dass 3D Objekte qualitativ besser und in einem größeren Teil des Sichtfeldes dargestellt werden können. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat Microsoft neben der Hololens neue Smart Glasses vorgestellt, die eben diesen zweiten Ansatz verfolgen. Zudem können diese Brillen AR, MR und VR zugleich wie z.B. die HP Windows Mixed Reality Headset Developer Edition.

 

Das bringen Smart Glasses für Ihr Business

Grundsätzlich sind derzeit die Anwendungsmöglichkeiten sowie Stand der Technik bei reinen Augmented Reality Brillen am weitesten, da für Entwickler wie uns bereits seit Jahren Tools und Bibliotheken sowie fertige Apps und die Hardware selbst verfügbar sind. Bei den Brillen war die "Google Glass" als erste AR Brille eine Innovation für die die Welt allerdings damals noch nicht bereit war - vielleicht auch wegen dem Fokus auf den Endkonsumenten (siehe Video unten). Danach kam erst einmal der Hype rund um VR Brillen wie HTC Vive oder Oculus Rift mit Fokus auf Entertainment und den breiten Massenmarkt.

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Parallel zu diesem VR-Hype wurden aber insbesondere für den B2B Einsatz im Bereich der Augmented Reality von einigen Herstellern wie Vuzix oder Sony solide Brillen entwickelt, die auch für den täglichen Einsatz im Unternehmen geeignet und vor allem käuflich erhältlich sind. Die Anwendungsszenarien sind für viele Unternehmen heute bereits hoch interessant, denn in der Regel sind sie einfach umsetzbar und haben einen sehr konkreten Nutzen, insbesondere im B2B Umfeld, was diesem Promo-Video für die Brille M3000 der Firma Vuzix gut illustriert: 


 Quelle: YouTube, M3000 Promotional Video der Firma Vuzix

 

Vorteile von Augmented Reality Brillen

Die meisten Apps lassen sich mit Entwicklungsumgebungen umsetzen, die wir aus der Web- und Smartphone-App- Entwicklung bereits kennen. Die VUZIX Brillen haben z.B. ein integriertes Android System. Somit kann eine App für die AR Brille ähnlich wie für ein Smartphone entwickelt werden, ohne dass zusätzliche Hardware benötigt wird.

Hier eine aktuelle Marktübersicht von AR Brillen samt technischer Spezifikationen.

Doch warum eine AR Brille tragen, wenn man AR doch mit jedem Smartphone nutzen kann? Der entscheidende Vorteil: Immer dann, wenn der Benutzer mobil sein muss, freie Hände braucht und zugleich mit Daten oder entfernten Personen interagiert, kann eine AR-Brille viel sinnvoller als ein Smartphone oder eine Smartwatch sein: z.B. im Lager, auf der Baustelle oder bei Montagearbeiten wie dieses Promo-Video des Herstellers SONY illustriert.

 

 Quelle: YouTube, Promotional Video von SONY

Hürden beim Einsatz von SMART-Glasses

Für den geschäftlichen Einsatz im B2B oder B2C Umfeld gibt es für VR-Brillen viele interessante Anwendungs-Szenarien wie virtuelle Showrooms, Architektur-Visualisierung, Produkt-Konfiguratoren, Konstruktion oder Medizintechnik. Lediglich die Verbreitung stellt aktuell eine kleine Hürde dar, zumindest dann, wenn zur Anwendung Endkunden selbst über die VR Hardware verfügen müssen. Marktzahlen zur Verbreitung in Deutschland sind noch schwer zu finden (https://vr-world.com/virtual-reality-gear-vr-und-psvr-bleiben-marktfuehrer/).

Im Gegensatz zur VR stecken echte Mixed Reality Brillen und damit die Fusion von 3D Objekten und realer Umgebung technisch noch in den Kinderschuhen. Das kann sicher jeder nachvollziehen, der bereits einmal das Gewicht, Grafikqualität und das kleine Projektionsfeld der hochpreisigen Microsoft Hololens testen konnte. Dennoch sind die potenziellen Anwendungsfelder der MR hochinteressant, da eben VR und AR vereint werden. Somit sind die industriellen AR Brillen nicht zuletzt auch wegen der technischen Basis (primär Android) und tatsächlichen Verfügbarkeit auch bei uns als Entwickler von B2B Apps im geschäftlichen Fokus. Hier sind, wenn überhaupt, eher Bedenken zur Privatsphäre eine Hürde für den Einsatz. 

In der Öffentlichkeit stießen die Träger der ersten AR „Google Glass“ Brillen beispielsweise kurz nach deren Einführung auf viel Ablehnung. Außenstehende fürchteten unbemerkt ausspioniert, fotografiert oder gefilmt zu werden. Zudem konnte aufgrund des anfangs durch Google limitierten Verkaufs lediglich eine kleine Elite gutverdienender Technik-Fans eine Google Glass ihr eigen nennen. Und die waren vielleicht einfach manchmal anderen gegenüber etwas zu "smart" wie diese Parodie illustriert ;-)

 

 Quelle: YouTube, Video Parodie auf Google Glass aus 2013

Mut zu neuen Geschäftsideen mit AR, VR oder MR

Die Digitalisierung ändert unser aller Leben radikal und mit absoluter Sicherheit werden AR Apps mittels Brille, zukünftig auch Kontaktlinsen, bald zur Normalität werden. Wer heute den Einsatz im Unternehmen plant, sollte rechtliche Aspekte berücksichtigen und ggf. den Betriebsrat in die Planung einer AR App einbeziehen, um klare Regeln aufzustellen, wie, wann und wo diese Brillen genutzt werden dürfen. Zugleich können bestimmte Funktionen auch technisch verhindert werden, z.B. der Zugriff auf die Kamera, falls diese für die Anwendung nicht benötigt wird. Doch bei aller Vorsicht sollte man die Kirche im Dorf lassen: wer unerlaubt andere überwacht, der macht sich strafbar. Für diese kriminelle Energie braucht man jedoch keine 1000€ AR Brille – das geht einfacher mit jedem Handy unauffällig per Kamera, Mikro oder mit billigen Mini-Spycams für 20 Euro.

Wir unterstützen Sie mit Wissen, Inspiration und in der Realisierung innovativer Anwendungen und Geschäftsideen im Bereich AR, VR und MR. Etwas Mut und die Experimentierbereitschaft sollten SIe haben, aber dies kann sich ja nachweislich auch geschäftlich lohnen ;-) Während im Silicon Valley permanent Innovationen entstehen und Tesla den altgedienten Automobilkonzernen das Fürchten lehrt, kopieren drei deutsche Investor-Brüder solche Ideen lieber, statt eigene zu wagen und VW setzt weiter auf Dieselmotoren. Seien Sie anders! 

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Themen: VR, Virtual Reality, AR, Augmented Reality, MR, Mixed Reality, B2B, Apps

Geposted von Martin Bayer am 30.6.2017

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