In 6 Schritten zur gelungenen Keyword-Recherche

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Wer von potenziellen Kunden gefunden werden möchte, braucht die richtigen Keywords. Doch diese zu finden ist oft nicht einfach. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine erfolgreiche Keyword-Recherche durchführen.

SEO-Keyword-Recherche
Quelle: https://www.shutterstock.com/

Die Keyword-Recherche ist in der Regel der erste Schritt, um die eigene Website oder den eigenen Blog für Suchmaschinen zu optimieren. Sie stellt ein zentrales Element der On-Page-Optimierung dar. Ziel der Recherche ist es, bei Suchmaschinen ein möglichst gutes Ranking zu erzielen – schließlich sollen Beiträge oder Inhalte von möglichst vielen Personen gefunden werden.

Dafür ist es unerlässlich, die richtigen Keywords zu wählen und Google so zu signalisieren: "Ich beantworte deine Suchanfrage am besten!" Doch wie kann mir das gelingen? Hier ist unsere detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine erfolgreiche Keyword-Recherche:

WIE FÜHRE ICH EINE KEYWORD-RECHERCHE DURCH?

1. Sammeln Sie erste Keyword-Ideen!

Bevor Sie das richtige Keyword wählen können, müssen Sie sich zunächst einen Überblick verschaffen, welche Keywords für ein bestimmtes Thema relevant sind. Dazu empfiehlt es sich, im ersten Schritt ein Brainstorming mit den folgenden Fragen durchzuführen: Welche Aspekte umfasst das von mir gewählte Thema? Wonach suchen meine Buyer Personas? Und wofür möchte ich als Unternehmen eigentlich stehen?

Mind Map Keywords/SEO
Quelle: Eigene Darstellung / https://www.shutterstock.com/

Es ist wichtig, sich diese Fragen im Vorhinein zu stellen. So bekommen Sie einen ersten Eindruck vom Thema und verhindern, dass Sie bei der späteren Suche den Faden verlieren. Nachdem Sie Ihre Gedanken festgehalten haben (bspw. in Form einer Mind-Map), können Sie mit der eigentlichen Recherche beginnen.

2. Fragen Sie Google Suggest!

Zu Beginn empfiehlt es sich, die Autocomplete-Funktion von Google zu verwenden, auch Google Suggest genannt. Auf diese Weise bekommen Sie ein Gefühl dafür, nach welchen Wortkombinationen am häufigsten gesucht wird. Neben dem Suchfeld können auch die "Andere suchten auch nach"-Box unter den angezeigten Ergebnissen oder die Leiste mit ähnlichen Suchanfragen am Ende der Seite aufschlussreich sein.

Google Suggest Keyword
Quelle: https://www.google.de/

Weiterhin erscheint es sinnvoll, die von Google vorgeschlagenen Ergebnisse selbst nochmal einzugeben, um zu prüfen, welche weiteren Kombinationen möglich sind. Auch leichte Abwandlungen der Begriffe können Sie ins Suchfeld eingeben. Sie sollten dabei jedoch immer prüfen, ob die vorgeschlagenen Ergebnisse für Ihr Unternehmen bzw. Ihre Branche auch Sinn ergeben.

Grundsätzlich dient dieser erste Recherche-Schritt dazu, sich mit dem Wording und den verschiedenen Facetten des Themas vertraut zu machen. Welche Begriffe werden von Ihren Buyer Personas verwendet? Sollten Sie z.B. Ihre Inhalte auf den Begriff „Keyword-Recherche“ optimieren oder bietet es sich an, von der „Keyword-Analyse“ zu sprechen?

3. Nutzen Sie professionelle Keyword-Tools!

Im nächsten Schritt können Sie nun richtig in die Tiefe gehen. Suggest-Tools wie HyperSuggest oder der Google Keyword-Planer werfen Ihnen vorgeschlagene Suchanfragen gebündelt aus. Zwar sind diese Tools meist kostenpflichtig, nehmen Ihnen aber auf lange Sicht eine Menge Arbeit ab. Zudem stoßen Sie so auch auf neue Keyword-Ideen, die Ihnen bei der „händischen“ Suche noch nicht begegnet sind.

Mithilfe der Tools können Sie sich auch Suchanfragen ausgeben lassen, die eine der „W-Fragen“ enthalten. Dies ist sehr nützlich, da sie einen tieferen Einblick in die Suchintention des Nutzers geben. Die Fragen können Sie dann in Ihren Blog-Beiträgen oder Pillar Pages wortwörtlich aufgreifen.

Hypersuggest W-Fragen zum Begriff "Keyword"
Quelle: https://www.hypersuggest.com/de/

Darüber hinaus empfiehlt es sich, die vorgeschlagenen Keywords nach der jeweiligen Phase des Kunden in der Customer Journey zu ordnen. Steht der Kunde bereits kurz vor dem Kauf oder will er sich zunächst unverbindlich informieren? Auf diese Weise können Sie z.B. ermitteln, welche Begriffe Sie auf Ihren Produktseiten verwenden sollten und welche besser nicht.

4. Ermitteln Sie Wettbewerb und Suchvolumen des Keywords!

Als nächstes sollten Sie herausfinden, wie hart das jeweilige Keyword umkämpft ist und wie viele Nutzer im Durchschnitt danach suchen. Auch hier können Sie zunächst händisch vorgehen: Geben Sie den Begriff bei Google ein und schauen Sie, welche Unternehmen bereits zu dem Keyword ranken bzw. wie viele bezahlte Suchanzeigen es gibt.

Viele Tools geben neben der Suchanfrage auch eine Schätzung für das Suchvolumen bzw. die Wettbewerbsintensität an. Der Google Keyword-Planer unterscheidet hier z.B. zwischen „hohem“, „mittlerem“ und „geringem“ Wettbewerb. Zwar beziehen sich diese Angaben auf die bezahlte Anzeigenwerbung, allerdings lassen sich daraus auch Rückschlüsse auf den organischen Wettbewerb ziehen.

Google Keyword Planer
Quelle: https://ads.google.com/

Bei der Analyse des Suchvolumens ist es von zentraler Bedeutung, zu ermitteln, nach welchen Synonymen am häufigsten gesucht wird. Wie bereits erwähnt, könnte man statt „Keyword-Recherche“ auch den Begriff „Keyword-Analyse“ verwenden. Finden Sie heraus, welche Bezeichnung in Ihrer Branche üblich ist, damit Sie Ihre Inhalte auch auf Keywords optimieren, nach denen Ihre Buyer Personas suchen.

Man könnte nun denken, dass das Suchvolumen das einzige Kriterium ist, nach denen man ein Keyword wählen sollte. Das ist jedoch falsch – schließlich ist in den meisten Fällen ein hohes Suchvolumen auch mit einer hohen Wettbewerbsintensität verbunden. Für solche sehr allgemein gehaltenen Begriffe (auch „Shorttail-Keywords“ genannt) ist es sehr schwierig und teuer, ein gutes Ranking und damit auch eine hohe Sichtbarkeit zu erzielen.

Short- vs. Longtail-Keywords
Quelle: Eigene Darstellung

Konzentrieren Sie sich daher auf speziellere, aus mindestens drei Begriffen bestehende Wortkombinationen. Solche Longtail-Keywords weisen i.d.R. einen geringeren Wettbewerb auf, was es für Sie einfacher macht, eine gute Platzierung bei Google zu erreichen. Daneben haben Longtail-Keywords einen weiteren Vorteil: Da Sie sehr spezifisch sind, werden Sie meistens auch von den Personen gefunden, die nach genau diesem Sachverhalt suchen, was sich in einer höheren Conversion Rate bemerkbar macht.

Eine abschließende Bemerkung noch: Ein hohes Suchvolumen ist zwar wichtig, um genügend Futter für Conversions zu haben. Es macht wenig Sinn, die eigene Website in einem aufwändigen Prozess auf ein Keyword zu optimieren, das im Monat gerade einmal von drei Personen gesucht wird. Bei sehr spezifischen, selten gekauften Produkten kann es jedoch schwierig sein, ein zufriedenstellendes Suchvolumen zu erreichen. Umso wichtiger ist es dann, dem Kunden passgenaue Antworten auf seine Fragen zu bieten.

5. Ordnen Sie nach Themen!

Wenn Sie an diesem Punkt angekommen sind, haben Sie einen großen Teil Ihrer Arbeit schon geschafft. Nun geht es darum, die ausgewählten Keywords verschiedenen Themengruppen zuzuordnen. Denn oftmals behandeln verschiedene Keywords das gleiche Thema, siehe z.B. unseren Fall mit den Begriffen „Keyword-Recherche“ und „Keyword-Analyse“.

Keyword-Recherche "Inbound-Marketing"
Quelle: Eigene Darstellung (Keywords zum Thema "Inbound-Marketing")

Die Gruppierung der Keywords hat für Sie einen weiteren Vorteil: Sie erkennen die einzelnen Facetten eines Themas und wissen somit, welche Unterseiten Ihre Pillar Page später haben sollte. Denn im Grunde ist die Pillar Page nichts anderes als die Übersichtsseite zu einem bestimmten Themengebiet (Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blog-Beitrag "Was ist eine Pillar Page und wozu brauche ich Sie?").

Google erkennt inzwischen, wenn es sich um dasselbe Thema handelt und lediglich unterschiedliche Begriffe dafür verwendet werden. Sie brauchen sich daher keine Sorgen zu machen, wenn Sie verschiedene Beschreibungen ein und derselben Sache verwenden. Optimieren Sie Ihre Unterseiten oder Blog-Beiträge nicht auf einzelne Wörter, sondern auf Themen.

6. Bestimmen Sie die Suchintention!

Im letzten Schritt sollten Sie sich nun Gedanken über die zugrundeliegende Motivation des Suchenden machen. Warum hat er nach genau diesem Begriff gesucht? Dies stellt die Königsdisziplin der Keyword-Recherche dar, da es letztlich darum geht, das zukünftige Verhalten des Suchenden vorherzusagen.

Suchintention hinter Keywords finden
Quelle: https://www.shutterstock.com/

Grundsätzlich lassen sich drei Arten von Keywords unterscheiden: Bei navigationsbezogenen Keywords möchte der Suchende eine bestimmte Unterseite finden, zu der ihm der entsprechende Link fehlt. Bei informationsbezogenen Keywords möchte er Informationen sammeln, bspw. um ein spezifisches Problem zu lösen. Bei transaktionsbezogenen Keywords ist der Suchende bereit, eine konkrete Handlung durchzuführen, bspw. den Kauf eines bestimmten Produkts.

Nicht jedes Keyword lässt sich sauber in eine der drei Kategorien einordnen. Möchte der Suchende z.B. auf die Preisliste gelangen, wird das dazugehörige Keyword sowohl navigations- als auch transaktionsbezogen sein. Nutzen Sie dieses Wissen, um dem Suchenden die gewünschte Information zu liefern und ihn auf die richtige Unterseite bzw. den richtigen Blog-Beitrag weiterzuleiten.

Fazit

Die Keyword-Recherche hilft Ihnen dabei, Ihre Website bzw. Ihren Blog auf die richtigen Themen auszurichten und Ihnen so zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Eine gründliche Vorarbeit, der Einsatz professioneller Analyse-Tools sowie eine abschließende Klassifizierung der Keywords sind dafür unerlässlich.

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Themen: Online-Marketing, SEO - Suchmaschinenoptimierung, Inbound-Marketing

Geposted von Simon Fast am 26.4.2019